Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension: Pandemonium

 

Titel: Pandemonium
Autor: Lauren Oliver
Verlag: Harper Collins
Genre: Young Adult, Dystopie
Sprache: Englisch
Seiten: 384
Bewertung: 4 von 5 Sternen

Klappentext: "So what was your name before?" I say and she freezes, her back to me. "Before you came to the Wilds, I mean." For a moment she stands there. Then she turns around. "You might as well get used to it now," she says with quiet intensity. "Everything you were, the life you had, the people you knew...dust." She shakes her head and says, a little more firmly, "There is no before. There is only now, and what comes next."

Inhalt: Lena hat es über die Grenze geschafft und befindet sich nun in der Wildnis, dem unkontrollierten Teil des Landes. Sie wird von einer Gruppe Menschen aufgenommen und lernt von ihnen, wie man dort draußen überlebt. Doch Lena kann sich mit ihrem neuen Leben nicht anfreunden. Sie hat zu viel verloren... War es wirklich die richtige Entscheidung zu fliehen? Das Leben in der Wildnis ist gar nicht so, wie Alex es beschrieben hatte. Mit der Zeit allerdings passt sich Lena an und wird zu einem völlig anderen Menschen. Sie schließt sich den Rebellen an und kehrt undercover nach New York zurück. Dort soll sie die DFA sabotieren, eine Gruppe radikaler Verfechter der Kur. Doch als Lena zusammen mit Julian, dem Aushängeschild der DFA, entführt wird, ändert sich alles.

Meine Meinung: Pandemonium ist der zweite Teil von Delirium. Da Delirium zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört, war ich natürlich total gespannt auf Pandemonium und bin mit sehr hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. Nun....meine Erwartungen wurden einerseits vielleicht enttäuscht, aber andererseits auch erfüllt. Klingt seltsam, aber anders kann ich es nicht beschreiben. Pandemonium ist aufjedenfall ganz anders als ich erwartet hätte. Es hat mit Delirium eigentlich nichts zu tun. Aber vielleicht ist genau das der geniale Schachzug der Autorin. Denn in Pandemonium bekommt Lena immer wieder zu hören, dass es kein Leben "davor" gibt....nur noch das Jetzt. Ihr altes Leben muss sie begraben und hinter sich lassen. Daher passt es eigentlich perfekt, dass Pandemonium so anders ist als Delirium. Zu Beginn war ich enttäuscht, da ich ein zweites Delirium erhofft hatte...dann wurde ich neugierig...dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen...und zu Ende hin, als ich plötzlich erkannt habe, was passieren wird, da hat mich das Buch total umgehauen! Irre, wirklich irre, was da am Ende kommt. Ein pures Gefühlschaos. Und wieder einmal hat Lauren Oliver bewiesen, dass sie verdammt gut schreiben kann. Pandemonium ist meiner Meinung nach eher actionlastig und hat weniger von dieser nachdenklichen Stimmung und Poesie, wie sie Delirium hatte. Aber da dieser Band ja auch eine ganz andere Lena beschreibt, ist das einfach passend. Ihr neues Leben ist völlig anders und oft fragt man sich, was es denn für einen Sinn gemacht hat zu fliehen. Hatte Lena es nicht viel besser in ihrem alten Leben? Wäre es nicht sogar ein Segen im alten System zu leben und "geheilt" zu werden, nichts mehr fühlen zu müssen und sicher zu sein? War die Flucht es denn wirklich wert? Das ist so toll an diesen Büchern: Man wir immer zum Nachdenken angeregt. Und es geht hier um wirklich unangenehme Fragen, die man sich selbst stellen muss. Ist der Mensch besser dran, wenn er frei ist und selbst entscheiden darf, oder ist es besser keine Wahl zu haben? Man denkt vielleicht, dass man das leicht beantworten kann, aber nachdem man Delirium und Pandemonium gelesen hat, weiß man, dass es keine einfache Antwort gibt.
Wie auch schon bei Delirium ist der Sprachstil der Autorin einfach toll! Sie schreibt sehr ergreifend und bildlich. Man kann mit den Personen komplett mitfühlen. In Pandemonium wird immer abwechselnd aus der Sicht der jetzigen Lena und der frisch in der Wildnis angekommenen Lena erzählt. So kann man als Leser gut mitverfolgen, wie Lena sich gewandelt hat und welche Stufen sie durchlaufen musste. Mir gefällt total gut, wie Lena sich selbst sehr unsicher ist, ob ihr neues Leben, denn wirklich eine Verbesserung darstellt. Erst gegen Ende des Buches erkennt sie, dass sie endlich anfangen muss ihren eigenen Weg zu gehen und ihre eigene Meinung zu vertreten. Und genau dann, wenn man gerade aufatmen will und denkt, dass Lena jetzt eine etwas bessere Zukunft bevorsteht, kommt einer der absolut härtesten Cliffhanger, die ich jemals gelesen habe! Das Ende schmeißt nochmal alles über den Haufen. Aber ich finde es brillant! Jetzt kann ich den dritten Band fast gar nicht mehr erwarten. Ich muss wissen, wie es weiter geht!

Erwartet nicht, dass Pandemonium so ist wie Delirium. Es ist ganz anders. Aber gebt dem Buch eine Chance und ihr werdet sehen, dass es wirklich gut ist! Auf eine andere Art wie Delirium, aber trotzdem gut, fesselnd, dramatisch, herzzerreißend, grausam und hoffnungslos...aber es trifft mitten ins Herz.

Kommentare:

  1. Mir hat Pandemonium viel besser gefallen als Delirium.

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    1. Ja das kommt immer drauf an :) Ich fand Delirium halt viel poetischer und das hat mir besser gefallen. Aber Pandemonium ist auch echt gut!
      LG, Katrin

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  2. Es ist zum einen schade und zum anderen aufregend, dass Pandemonium Delirium nicht so sehr ähnelt. Aber irgendwie ja auch verständlich, da das Leben im System und das in der Wildnis ja vollkommen anders sein müssen.
    Ich bin schon wirklich seeehr gespannt darauf!
    Ich habe extra Ewigkeiten gewartet, bis es auf deutsch herauskommt, obwohl meine Mutter sogar schon den zweiten Band auf dem kindle und gelesen hat. Nicht, weil ich kein Englisch kann oder so, sondern einfach, weil ich das tolle Cover hier vor mir liegen haben möchte ;)

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    1. Haha ja ich kenne das....ich warte auch lieber länger auf ein Buch, wenn ich dann das Cover bekomme, das ich gerne haben möchte :)
      LG, Katrin

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  3. Delirium hab ich auch gelesen und fand es gut und nicht so gut. Am Anfang fand ich,dass es sich eeewig hinzog und am Ende musste es schnell zu Ende gehen. Ist vielleicht ein Grund warum ich Teil2 noch nicht gekauft und gelesen habe...

    Grüßchen
    Frau Lina

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